Kreativität als Schlüsselkompetenz im 21. Jahrhundert: Kurzvortrag

Kurzvortrag: Kreativität als Schlüsselkompetenz im 21. Jahrhundert

     Die Arbeitswelt ändert sich schneller als wir denken können. In einigen Jahren werden wir Berufe haben, von denen wir heute nicht einmal wissen, dass es sie geben wird. Daher werden Soft Skills immer wichtiger. Soft Skills – auf deutsch gerne auch: Schlüsselkompetenzen - sind die Fähigkeiten, die job- und tätigkeitsübergreifend eingesetzt werden können und die sich in unserer Persönlichkeit und unseren Einstellungen widerspiegeln. 

 

     Kreativität wird als eine der wichtigsten Schlüsselkompetenzen im 21. Jahrhundert genannt, die uns beruflich wie privat begleitet. Im Berufsleben befinden wir uns aktuell in einem Optimierungswahn. Wir brauchen neue Produkte, neue Geschäftsbereiche, neue Technologien, neue Arbeitsprozesse – und das Ganze am besten so schnell und effektiv wie möglich. Das bedeutet, wir müssen auf neue, innovative Ideen kommen, auf die vor uns vielleicht noch niemand gekommen ist. Die Fähigkeit, kreativ zu denken und kreative Prozesse und Kulturen in Teams und Organisationen anzutreiben, ist daher von entscheidender Bedeutung.

 

     Privat streben wir in diesen schnelllebigen, ständig wandelnden Zeiten nach Ruhe, nach dem Leben im Augenblick. Wir sehnen uns nach Momenten, in denen wir abseits digitaler Erreichbarkeit und Dauerbeschallung ganz bei uns sind, im so genannten Flow-Zustand. Ein kreativer Prozess kann uns in diesen versetzen. 

 

     Kreativität ist einer der abstrakten Begriffe, die – ganz im Sinne des Konstruktivismus – für jeden eine andere Bedeutung haben. Für den einen bedeutet es zu malen, zu fotografieren und ein handwerkliches Produkt zu erschaffen. Für den anderen ist es das Schreiben eines Blogs oder das Erstellen eines Marketing-Konzepten für den potentiellen Neukunden. Wenn ich in Teams und Unternehmen an dem Thema kreatives Mindset, kreative Unternehmens- und Teamkultur arbeite, lasse ich oftmals jeden Teilnehmer zunächst durch die Methode LEGO Serious Play veranschaulichen, was für jeden einzelnen Kreativität bedeutet. Nur dann können wir einen gemeinsamen Nenner finden und Maßnahmen entwickeln, die ein Ziel erreichen, das wirklich für alle Teilnehmer gleich ist.

 

     Lieber Leser, was ist für dich Kreativität? In welchen Bereichen deines Lebens möchtest du gerne kreativer werden? Und warum? 

 

     In der Wissenschaft wird Kreativität definiert als der Prozess, Ideen zu generieren, die sowohl neu als auch nützlich sind. Sie sollten also einem höheren Zweck dienen und eine Einzelperson, ein Team, eine Organisation oder sogar die Gesellschaft weiterbringen. Aus meiner Erfahrung kann ich hinzugeben: Es reicht nicht, Ideen zu haben (Mein Ideenbuch platzt zum Beispiel). Wichtig ist es, sie auch umzusetzen. 

 

      Wie kann man nun kreativer werden? Als ersten Schritt empfehle ich: Sorgen und Probleme loslassen und den Kopf freimachen. Meditation kann hierbei helfen. Ruhe und bewusstes Abschalten im Alltag. Sich auch mal Monotonie hingeben. Die besten und kreativsten Ideen kommen oftmals beim Joggen, beim Yoga, unter der Dusche oder beim Autofahren. Die Kreativitätstrainerin und Bestseller-Autorin Julia Cameron empfiehlt die so genannten Morgenseiten. Jeden Morgen direkt nach dem Aufstehen soll man sich Zettel und Stift nehmen, drei volle Seiten schreiben und dabei alles auf das Papier bringen, was uns in dem Moment beschäftigt. Damit ist der Kopf für den neuen Tag geleert und bietet Raum für neue Ideen. Aus eigener Erfahrung kann ich nur bestätigen: Schreiben hilft!

 

     Die schlechte Nachricht: Einen Kreativitäts-Boost erfahren wir vor allem, wenn wir unsere Komfort-Zone verlassen. Wenn wir etwas Neues wagen, Risiken eingehen und uns erlauben, zu scheitern. Und wenn wir Verletzlichkeit zulassen und zeigen. Sich angreifbar zu zeigen, hat mit Unsicherheit und Risiko zu tun und damit, sich emotional zu öffnen. All diese Eigenschaften teilt Verletzlichkeit mit Kreativität. Das sehen wir an den besten und schönsten Filmen, Malereien oder Songs. 

 

     Unser Problem ist, dass wir uns selbst blockieren. Wir haben Angst. Wir sehen Verletzlichkeit als Schwäche und fürchten uns vor dem Scheitern und davor, was „andere“ von uns denken, wenn Fall X eintritt. Daher wagen wir uns so ungern auf unbekanntes Terrain. Aber wenn wir uns erlauben, Emotionen und Verletzlichkeit zu zeigen, dann wachsen wir. Die Forscherin Brené Brown erzählt in einem ihrer Ted Talks davon, dass Verletzlichkeit die Geburtsstätte von Kreativität, Innovation und Wandel ist. 

 

     Ich kann dich, lieben Leser, also nur ermutigen: Wag´ dich mal außerhalb deiner Komfortzone. Lass deinen Emotionen freien Lauf, widme dich Visionen und Tagträumen und sammele Ideen. Du musst sie nicht alle umsetzen, aber übe, dich emotional zu öffnen. Und vor allem: wenn du eine kreative Idee hast, setz´ sie um! Hab keine Angst vor dem Urteil der Anderen oder zu Scheitern. Wenn du scheiterst, dann lernst du und gehst danach den nächsten Schritt. Je mehr du von deiner Persönlichkeit – und auch deiner Verletzlichkeit – in deine kreative Idee einbringst, desto authentischer und erfolgreicher wird sie sein!

 

 

 

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