Wer bist du – und wer gibst du vor zu sein?

Was an deiner Persönlichkeit, deiner Identität, fakest du? In welches Licht stellst du dich – bewusst oder unbewusst - gerne und am liebsten?

 

In meinem neuesten Tool, dem Enneagramm, sprechen wir gerne von Faking Good und Faking Bad

Faking Good – das Aufsetzen eines Lächelns, während innerlich vielleicht alles grau ist. Alles „super“ zeigen, keine Schwäche zugeben. Die überglücklichen Instagram-Posts, während Innen eher Leere ist. Und wichtig: Das passiert nicht nur bewusst – oft ist es ein automatisches Muster.

 

Faking Bad – das Katastrophisieren, das ständige Schwarzmalen, Drama um kleine Dinge. Personen, die sich oder das Leben als hoffnungslosen Fall sehen. „Ich bin einfach nicht gut genug“ oder „Es ändert sich doch ohnehin nichts“. Auch hier liegt die Realität meist in der Mitte, aber die Tendenz ist, sich kleiner, schlechter oder hilfloser darzustellen als man eigentlich ist.

 

Beide Muster – Faking Good und Faking Bad – sind Schutzmechanismen. 

 

Faking Good schützt davor, Ängste, Unsicherheiten und Konflikte zu zeigen. Nach außen wirkt alles perfekt – doch echte Verbindung wird schwierig, weil die Innenwelt unsichtbar bleibt.

Faking Bad schützt davor, Verantwortung zu übernehmen. Wenn ohnehin „alles hoffnungslos“ ist, muss ich nichts verändern. Langfristig entsteht so ein Opfer-Modus – und andere sehen vor allem deine „Problem-Version“.

 

Wichtig: Beide Muster verhindern Veränderung! (falls euch die Begriffe Growth und Fixed Mindset etwas sagen – beide Muster sind im Fixed Mindset).

 

Zeit für unsere Reflexion:

  • In welchen Situationen neigst du dazu, in einen „Faking Good“ Modus zu kommen?
  • Und in welchen in „Faking Bad“?
  • Was ist deine Wahrheit in der Mitte?
  • Was würde passieren, wenn du dein authentisches Ich stärker zeigst?
  • Wovor hast du dabei Angst?
  • Und was könnte eine Situation in den nächsten Tagen sein, egal ob Good oder Bad, wo du etwas authentischer sein möchtest?

Ich muss gestehen: Ich kenne beide Seiten ziemlich gut.

Im Professionellen rutsche ich oft ins Faking Good – da ist schnell das „Alles gut“-Gesicht da.

Privat tendiere ich eher zu Faking Bad. Ich sehe dann vor allem das, was mir fehlt, und verliere dabei den Blick für das, was eigentlich schon da ist.

 

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